In Benstrup spielen die Jugendgruppen eine zentrale Rolle im Dorfleben. Ob in der Dorfjugend, der Ministrantengemeinschaft oder der KLJB – hier engagieren sich junge Menschen aktiv, pflegen Traditionen und stärken den Gemeinschaftssinn.
Von fest verwurzelten Bräuchen wie dem Sternsingen und dem Wursteball über kirchliche Aktivitäten bis hin zu geselligen Veranstaltungen wie dem Osterfeuer und dem Erntedankfest – die Jugendgruppen gestalten das Leben im Dorf maßgeblich mit. Sie organisieren regelmäßige Treffen, gemeinsame Aktionen und ehrenamtliche Projekte, die nicht nur Spaß machen, sondern auch den Zusammenhalt fördern.
Durch ihr Engagement erhalten sie alte Traditionen am Leben, entwickeln neue Ideen und machen Benstrup zu einem Ort, an dem junge Menschen Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben können.

Erfahre mehr über die Jugendgruppen in Benstrup und ihre vielfältigen Aktivitäten!
Über unser KLJB
Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Benstrup wurde am 1. Dezember 1951 gegründet und zählt derzeit rund 50 aktive Mitglieder. Mit verschiedenen Aktionen tragen wir das ganze Jahr über zum Dorfleben bei.
Ein Höhepunkt unseres Landjugendjahres ist das Osterfeuer. Wir organisieren das gesamte Fest, zu dem die Dorfgemeinschaft herzlich eingeladen ist. Ein Landwirt stellt sein Feld zur Verfügung, und Anwohner bieten Räumlichkeiten für die Feier. Am Karsamstag sammeln wir Strauchholz von den Dorfbewohnern – dabei kommen oft Traktoren mit Anhängern zum Einsatz. Das Entzünden des Feuers wird traditionell vom Musikverein musikalisch begleitet.
Jeden Mittwoch treffen wir uns zu unseren „Klönabenden“, um uns auszutauschen, Quizturniere zu veranstalten und das Erntedankfest vorzubereiten.
Ein weiteres Highlight ist der Erntedankball. Wir gestalten die Messe mit, die musikalisch von den Chorkids begleitet wird, und bereiten eine unterhaltsame Showeinlage vor. In diesem feierlichen Rahmen finden auch die jährlichen Neuaufnahmen in die KLJB statt. Alle katholischen Neuntklässler sowie neu zugezogene Jugendliche sind herzlich eingeladen, der Gemeinschaft beizutreten und sich so leichter ins Dorfleben zu integrieren.
Jedes Jahr unterstützen wir den Nikolausverein beim Packen der Nikolaustüten und begleiten den Nikolaus am 5. Dezember auf seinem Rundgang durch das Dorf.
Im Mai veranstalten wir unseren traditionellen Maigang – eine gesellige Bollerwagentour durchs Dorf. Spiele sorgen für Unterhaltung, und zum Abschluss wird hinter dem Pfarrheim gemeinsam gegrillt.
Zur Verschönerung des Dorfes engagieren wir uns regelmäßig in der 72-Stunden-Aktion, bei der eine nachhaltige Aufgabe umgesetzt wird. So haben wir bereits eine Kreuzgruppe auf dem Friedhof instand gesetzt, eine Sitzgruppe hinter dem Pfarrheim errichtet und ein Insektenhotel gebaut.
Ein besonderes Projekt war die Erweiterung des Spielplatzes des St. Bonifatius-Kindergartens im Jahr 2013. Anlässlich seines 40-jährigen Jubiläums gestalteten wir eine Bobbycar-Rennbahn, die seither für Begeisterung bei den Kindern sorgt.
Unsere gemeinsamen Aktionen und Termine findet ihr bei uns auf Instagram:



Messdiener
Das Wort Ministrant (auch Messdiener) stammt aus dem Lateinischen ministrare (= dienen) und bezeichnet einen Altardiener. Doch das Ministrantendasein beschränkt sich nicht nur auf die Aufgaben im Gottesdienst.
In Benstrup hat sich eine lebendige und engagierte Gemeinschaft innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit entwickelt. Die Messdiener treffen sich regelmäßig in Gruppen, fahren ins Zeltlager und beteiligen sich an verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen – eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird.
Jeden ersten Samstag im Monat finden die Gruppenstunden der Benstruper Messdiener und Messdienerinnen statt. Durch Gespräche und Spiele wird der Gemeinschaftssinn gestärkt, und es werden zahlreiche Aktivitäten organisiert. Neben dem jährlichen Pfingstzeltlager gehört auch eine Ostereieraktion zum festen Programm. Zudem besucht die Gruppe in der Adventszeit den Weihnachtsmarkt in Osnabrück.
Aktuell bereiten sich wieder Kinder auf ihre Aufnahme in den Ministrantendienst vor. Jeden Montagnachmittag treffen sie sich zunächst im Pfarrheim, um für ihre Einführung zu üben. Die feierliche Aufnahme ist für das Frühjahr 2025 geplant.
Dorfjugend Benstrup
Die Dorfjugend setzt sich aus den männlichen Jugendlichen und unverheirateten Männern Benstrups zusammen. Neben dem Sternsingen, dem Wurstholen und der Organisation des Wursteballs pflegt sie auch den Brauch des „Schuheputzens“ sowie das alljährliche Maibaumsetzen.
Das Sternsingen und Wurstholen waren der Anlass zur Gründung der Dorfjugend Benstrup. Am 5. Januar 1925 fand das erste Sternsingen mit anschließendem Wurstessen statt. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Hermann Bruns (Bösel), Anton Moorkamp (Benstrup), Gerd Lüllmann (Benstrup), Josef Koopmann (Schwaneburg), Josef Koopmann (Benstrup), Alfons Janssen (Cloppenburg) und Bernhard Pohlmann (Benstrup).
Im Jahr 1960 machten sich die Jugendlichen erstmals mit einem Trecker und Anhänger auf den Weg zum Wurstholen, da sich immer mehr junge Leute in der Ortschaft ansiedelten. Zwei Jahre später, 1962, beschloss die Dorfjugend, dass nun auch die Neuvermählten zum Wursteball eingeladen werden sollten.

In den 1970er Jahren gewann der Wursteball zunehmend an Beliebtheit, was insbesondere mit der Ansiedlung neuer Familien in der sogenannten „Mini-Siedlung“ zusammenhing. Die Erweiterung des Festsaals der Gastwirtschaft Josef Wingbermühle im Jahr 1975 trug ebenfalls dazu bei, dass der Wursteball immer mehr Zuspruch fand. 1976 wurde ein neuer Stern angefertigt, und zwei Jahre später erneuerte August Flerlage die mittlerweile 53 Jahre alten Königskostüme. Im Januar 1977 wurde Werner Schomaker, der 25 Jahre lang am Sternsingen und Wurstholen teilgenommen hatte, mit einem Zinnteller geehrt.
Zum 60-jährigen Jubiläum im Jahr 1985 sollte das Sternsingen in Benstrup ein besonderes Ereignis werden. Der neu gewählte Vorstand fertigte in mühevoller Handarbeit einen neuen Stern an, und für den Wursteball wurde ein aufwendiges Programm organisiert.
Am 18. Dezember 1988 entschied die Versammlung der Dorfjugend, das Sternsingen erstmals an zwei Abenden durchzuführen, da die gewachsene Zahl der Haushalte es nicht mehr erlaubte, alle Besuche an einem einzigen Abend zu bewältigen. Seitdem werden am ersten Tag die Haushalte im Ortskern besucht, während am zweiten Tag die außerhalb liegenden Haushalte angesteuert werden. Anfangs nutzte man hierfür noch Trecker und Anhänger, doch aus Sicherheitsgründen wurde dieser später durch einen Planwagen ersetzt, der seither alljährlich von Manfred Heimbrock zur Verfügung gestellt wird.
Auf dem Wursteball 1989 wurden Franz Kerstien und Hans Fröhle für ihr 25-jähriges Mitwirken beim Sternsingen in Benstrup mit einem Zinnteller ausgezeichnet.
Am 8. Dezember 1989 feierte der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland sein 70-jähriges Bestehen. Ein wesentlicher Bestandteil des Programms war die Vorstellung regionaler Bräuche und Traditionen. Die Benstruper Dorfjugend präsentierte dabei das Sternsingen. Zu diesem Anlass überreichte Werner Schomaker die erste Ausgabe seiner selbst verfassten Chronik über das Sternsingen in Benstrup. 2007 wurde er für seine Verdienste sowie für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Dorfjugend Benstrup geehrt.
In den letzten Jahren hat man den Brauch des Sternsingens und Wurstholens weiter gepflegt. Der Ablauf folgt bis heute der alten Tradition: Jedes Jahr am Vorabend des Dreikönigsfestes treffen sich die Jungen und unverheirateten Männer der Dorfgemeinschaft zum „Sternsingen“ und „Wurstholen“. Drei Jungen verkleiden sich als die Heiligen Drei Könige – Kaspar, Melchior und Balthasar – und ziehen, begleitet von einem Sternträger, zwei Wurstträgern sowie einer großen Gruppe Jugendlicher, von Haus zu Haus. Bei jeder Familie singen sie das Sternsingerlied. Anschließend bittet der schwarze König um eine Wurst und lädt alle herzlich zur gemeinsamen Feier des „Wursteballs“ ein, der seit einigen Jahren durch eine Tombola ergänzt wird.
Für die kommenden Jahre hat sich die Benstruper Dorfjugend neben der Erhaltung dieser Bräuche auch die Wiederbelebung des Maibaumpflanzens zum Ziel gesetzt – ein ebenfalls alter Benstruper Brauch, der wieder attraktiver gestaltet werden soll.

Dorfjugend Benstrup Jubiläum 100 Jahre Sternsingen (2025)
Dorfjugend Steinrieden und Madlage
Auch in Steinrieden und Madlage organisiert die Dorfjugend alljährlich das Sternsingen. Die Gründer Franz Ahrens, Theo Niemann, Gerd Wolke, Clemens Lüllmann und Bernd Schrandt führten diesen Brauch bereits im Jahr 1925 ein.
Seit einigen Jahren sammeln die Sternsinger in Steinrieden und Madlage anstelle einer Wurst in den besuchten Haushalten Geld. Von diesen Spenden wird die Wurst für den traditionellen Wursteball gekauft. Bis 1982 feierten die Sternsinger ihren Ball auf den Dielen der Bauernhöfe. Da jedoch niemand ausreichend Geschirr und Besteck für alle Gäste besaß, brachten die Besucher ihre eigenen Teller und ihr Besteck mit. Als das Fest später in den Saal von Josef Wingbermühle verlegt wurde, hielt man zunächst an dieser Tradition fest. Allerdings, so erzählt man augenzwinkernd, führte diese Gewohnheit dazu, dass viele Familien anschließend ihre Teller und ihr Besteck vermissten – oft wochenlang, weil sie noch im eigenen oder fremden PKW-Kofferraum lagen.

Neben dem Sternsingen pflegt die Dorfjugend auch die Bräuche des Schuheputzens und des Maibaumsetzens.

Dorfjugend Steinrieden/Madlage Jubiläum 100 Jahre Sternsingen (2025)