In den vergangenen 60 Jahren hat sich die Struktur der deutschen Landwirtschaft grundlegend verändert. Die Landwirtschaft in den Bauernschaften Benstrup, Steinrieden und Madlage lässt sich einerseits anhand der Kulturlandschaft und andererseits durch die einzelbetriebliche Ausrichtung beschreiben. Viele Betriebe haben sich zu Veredelungsbetrieben entwickelt. Sie befassen sich überwiegend mit der Haltung und Zucht von Schweinen, Rindern und Geflügel.
Heute sind die Anbauverhältnisse stark durch die landwirtschaftliche Entwicklung geprägt. Die Futterbaubetriebe bauen hauptsächlich Mais an, der auch für die Biomasseerzeugung genutzt wird. Der Getreideanbau bleibt in unserer Region weiterhin von Bedeutung, da das Getreide überwiegend für die Veredelung verwendet wird. An der Südradde und am Mühlenbach gibt es nach wie vor ausgedehnte Grünlandflächen, die sowohl intensiv als auch – auf stark moorigen Böden – extensiv genutzt werden.

Hofstelle Lüken, 1950
Insgesamt stehen etwa 850 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche zur Verfügung. Die Bodenpunkte im Dorfgebiet liegen zwischen 18 und 35. Zudem umfasst die Gemarkung rund 70 Hektar Wald. Zusätzliche Wallhecken dienen nicht nur als Lebensraum für viele Tierarten, sondern auch als Wind- und Erosionsschutz.

Luftaufnahme Steinrieden, Richtung Benstrup, 2023
Das Zusammenleben mit der Landwirtschaft prägt nicht nur die Kultur eines Dorfes, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl. Es ist verständlich, dass es unterschiedliche Meinungen und Interessen gibt, insbesondere im Hinblick auf die konventionelle Landwirtschaft und die Tierhaltung. Dennoch ist es ermutigend zu sehen, dass die Dorfgemeinschaft durch Akzeptanz und Zusammenarbeit in der Lage ist, diese Traditionen zu bewahren. Die Landwirte spielen eine entscheidende Rolle dabei, die kulturellen Wurzeln lebendig zu halten, und ihre Arbeit trägt maßgeblich zur Identität des Dorfes bei.
Bis zum Jahr 2000 zählten noch 18 Vollerwerbsbetriebe zur Gemarkung. Bis 2020 reduzierte sich diese Zahl auf sechs Betriebe. Diese Entwicklung kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden, darunter wirtschaftliche Herausforderungen, Marktschwankungen, der demografische Wandel oder der zunehmende Trend zur Spezialisierung in der Landwirtschaft.
Flurbereinigung in Benstrup, Steinrieden und Madlage
Das Flurbereinigungsverfahren ist ein wichtiges Instrument der Landwirtschaft und Raumordnung. Es dient dazu, landwirtschaftliche Flächen zu reorganisieren und zu optimieren. Ziel ist es, die Struktur der Flächen zu verbessern, um eine effizientere Bewirtschaftung zu ermöglichen und die Erträge zu steigern.
Bereits in den Vorkriegsjahren sowie in den Jahren von 1959 bis 2002 wurden die landwirtschaftlichen Flächen in Benstrup, Steinrieden und Madlage neu strukturiert. Die Benstruper Flächen unterlagen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg einem Flurbereinigungsverfahren, das 1959, mit der offiziellen Einleitung des Löninger Flurbereinigungsverfahrens, nahezu abgeschlossen war.

Luftaufnahme mit Blick auf Benstrup, 2023
Ab 1961 wurden auch Flächen in Steinrieden und Madlage kultiviert und neu strukturiert. Zu den Maßnahmen zählten beispielsweise die Begradigung des Löninger Mühlenbaches (Bäke) von Steinrieden bis Löningen sowie der Radde von Benstrup bis Holte-Lastrup. Zudem wurden neue Seitengräben angelegt, um das Moor trockenzulegen – ein Prozess, der mehrere Jahrzehnte dauerte.
Im Jahr 2002 konnte das Flurbereinigungsverfahren nach über 40 Jahren abgeschlossen werden. Die Flurbereinigung hat der Dorfgemeinschaft Benstrup, Steinrieden und Madlage eine moderne und nachhaltige Struktur verliehen.
Maschinengemeinschaft
Die landwirtschaftliche Maschinengemeinschaft Benstrup wurde bereits 1964 gegründet. Sie ist eine Form der Zusammenarbeit von Landwirten, bei der landwirtschaftliche Maschinen und Geräte gemeinschaftlich genutzt werden. Diese Gemeinschaft ermöglicht es den Mitgliedern, teure Maschinen anzuschaffen und durch die gemeinsame Nutzung die Kosten für Anschaffung, Wartung und Betrieb zu senken.
Anfangs bestand die Maschinengemeinschaft aus 22 Landwirten und startete mit der Anschaffung einer Kartoffellegemaschine, einer Feldspritze, einer Einzelkorndrille für Runkelrüben und einer Handhydraulik für Schlepper ohne eigene Hydraulik.
Heute zählt die Maschinengemeinschaft 38 Mitglieder aus Benstrup und der Umgebung. Darunter sind 21 Vollerwerbslandwirte, die teilweise sehr große Betriebe führen, 10 Nebenerwerbslandwirte sowie einige Hobbylandwirte. Nicht jedes Mitglied nutzt alle Maschinen, daher wird für jede Maschine eine eigene Mitgliederliste geführt. Ziel ist es, für jede Maschine eine ausgeglichene Bilanz zu erreichen.

Maschinengemeinschaftsfahrt 2023
Auch der gesellige und kulturelle Aspekt spielt in der Maschinengemeinschaft eine wichtige Rolle. Seit vielen Jahren werden Besichtigungstouren organisiert, zu denen auch andere Dorfbewohner eingeladen sind. Ursprünglich handelte es sich um Tagesfahrten, bei denen Maschinenfabriken und Brauereien besichtigt wurden. Heute finden mehrtägige Fahrten statt.
In den letzten Jahren organisierte die Maschinengemeinschaft unter anderem Reisen zum Renault-Werk in Frankreich mit einem Abstecher nach Paris, zur „Goldenen Stadt“ Prag sowie 2007 eine Kultur-Tour in die Bundeshauptstadt Berlin. Im Jahr 2011 führte eine Fahrt nach Straßburg mit einer Besichtigung des EU-Parlaments. Seit 2012 wurden zahlreiche weitere Städte und deren Umgebung erkundet, darunter Köln, London, Budapest, Brügge, Trier, Rotterdam, Rostock, Kopenhagen und Ingolstadt.
Die Maschinengemeinschaft wird vertreten durch den Vorsitzenden Eduard Koopmann, seinen Stellvertreter Victor Thole und den Kassenwart Christoph Lüken.
Wegegenossenschaft
Eine Wegegenossenschaft ist eine Form der Zusammenarbeit von Grundstückseigentümern, die sich zusammenschließen, um gemeinsame Wege und Verkehrsflächen zu verwalten und instand zu halten. Diese Genossenschaften sind besonders in ländlichen Gebieten von Bedeutung, da sie den landwirtschaftlichen Verkehr ermöglichen und den Zugang zu Grundstücken sicherstellen.
Das Gebiet der Wegegenossenschaft Benstrup–Steinrieden umfasst etwa 1.000 Hektar und wird von 22,7 km Straßen, Sand- und Schotterwegen durchzogen. Diese Straßen und Wege befinden sich im Besitz der Wegegenossenschaft, der 128 Haushalte sowie landwirtschaftliche und handwerkliche Betriebe angehören. Auch einige Straßen und Wege aus Madlage gehören zu dieser Wegegenossenschaft, während die übrigen der Meerdorfer Wegegenossenschaft unterstehen.
Die Wegegenossenschaft hat die Aufgabe, ihre Straßen und Wege auszubauen und instand zu halten. Die dafür erforderlichen Maßnahmen werden in der jährlichen Versammlung festgelegt. Vor etwa 50 Jahren legte der Landkreis Cloppenburg eine neue Satzung fest, in der ein Hektarbeitrag für die Instandhaltung bestimmt wurde. Dieser Beitrag errechnete sich aus einem festgelegten Betrag pro angefangenem Hektar. Seit 1975 gibt es zudem Zuschüsse des Landes Niedersachsen für den Straßenbau.

Übersichtskarte Dorfgemeinschaft
Der Wegevorstand besteht aus dem Wegevorsteher Christian Lüllmann und seinem Stellvertreter Victor Thole. Alle sechs Jahre werden der Wegevorsteher und sein Stellvertreter neu gewählt.